
„Mount Meru“ ist so eine Platte, bei der ich mir sehnlichst einen Download-Code wünsche, um mir den Umweg über Anlage, PC, Schneiden, USB-Stick bis hin ins Auto zu sparen. Gute-Laune-Musik, die sich auch auf der dritten LP (plus drei 7“s, die auch allesamt hier stehen) weiterentwickelt hat. Das beginnt diesmal schon beim Cover, das einen diesmal nicht gleich blind macht und den bekannten Sound noch mal eine Spur schärft. Elektropunk trifft bei einem Rave auf Disco mit HipHop und alles tanzt. Als hätte man die BEASTIE BOYS geklont und diese Klone mit Midi-Sound-Computerspielen und Disco aufgezogen, um sie so auf die Menschheit loszulassen. Extrem ansteckender Sound, der so irre bekloppt ist, dass er einen nicht kaltlassen kann. „Trip Advisor“ ist mit der „Billy Jean“-Basslinie unterlegt und zitiert rotzfrech gleich noch mehr. So geht es durch die komplette LP. Hier ein Zitat, da ein verhasster Vocoder, der in diesem Zusammenhang aber absolut funktioniert. Hätten die SLEAFORD MODS mehr Spaß im Leben, könnte das durchaus so enden, wird es aber nicht. Einmal mehr ein großartiger Spaß mit einem Instrumentarium und Spielereien, bei denen ich normalerweise sofort Reißaus nehmen würde, aber hier steckt so viel Punk drin, dass mir gar nichts anderes übrig bleibt, als mit meinem Arsch zu wackeln, obwohl ich draufsitze. Dann klingt das trotz der Stilvielfalt auch noch wie aus einem Guss. Hit!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #150 Juni/Juli 2020 und Kalle Stille
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