
Ähnlich wie „China Girl“, der kürzlich auf Blu-ray neu aufgelegt wurde, gehört „King of New York“ zu den Filmen des in New York geborenen Regisseurs Abel Ferrara – New York war auch oft der Schauplatz seiner Filme –, die in Zusammenarbeit mit Drehbuchautor Nicholas St. John entstanden, wozu auch „The Driller Killer“ von 1979 oder „Die Frau mit der 45er Magnum“ von 1981 gehören. „King of New York“ war zwar mit FSK 18-Freigabe hierzulande immer ungeschnitten, allerdings von 1991 bis 2013 indiziert. Besaßen vorherige Editionen noch eine FSK 18-Freigabe, ist die aktuelle Mediabook-Veröffentlichung ab 16 freigegeben und enthält auf UHD-Disc und normaler Blu-ray eine gelungene 4K-Restauration und neu produzierte Extras. Im Gegensatz zum Blu-ray-Mediabook-Release von 2013 gibt es auch deutsche Untertitel für die Originaltonspur, bei denen man sich aber mehr Mühe hätte geben können, denn es sind nur unbefriedigende Dubtitles. Die deutsche Kinosynchro ist aber durchaus ordentlich, wirkt aber bei der Wiedergabe von Gang-Slang (vor allem bei Laurence Fishburnes Figur Jimmy Jump) selten authentisch und fast schon etwas albern. Der wie immer großartige Christopher Walken spielt darin den frisch aus dem Gefängnis entlassenen New Yorker Gangsterboss Frank White, der wieder zum König seiner Heimatstadt werden will. Trotz seiner Brutalität und Skrupellosigkeit besitzt White aber ein soziales und politisches Bewusstsein und will der Gesellschaft etwas zurückgeben, wodurch er oft sympathischer wirkt als die verbissenen Cops, die ihm das Handwerk legen wollen. Zwar ist diese an die James Cagney-Klassiker der 1930er Jahre angelehnte Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Gangsterbosses nicht unbedingt neu, aber Ferrara schuf hier mit seinem an Michael Mann erinnernden kühlen und stylischen Neo(n)-Noir-Look den ersten Hip-Hop-Gangsterfilm.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #110 Oktober/November 2013 und Thomas Kerpen
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