Foto

ANGELIC UPSTARTS

Last Tango In Moscow

Die Platte erschien im September 1984 und zuvor hatte es drastische Änderungen im Line-up gegeben. Nur Mensi und Bassist Brian Hayes waren noch übrig und wurden dann unter anderem von Max Splodge von SPLODGENESSABOUNDS unterstützt. Die Band nutzte alte Songs von ihrem Demo von 1981, genau die Hälfte der insgesamt zwölf Tracks wurden so neu eingespielt und mit neuen Titeln und Texten versehen, wie etwa „No nukes“, das nun „No news“ hieß. Mit „Blackleg miner“ gibt es auch die Spoken-Word-Version eines Folk Songs aus dem 19. Jahrhundert. „Blackleg miner“ war die Bezeichnung der gewerkschaftlich organisierten Bergarbeiter für einen Streikbrecher. Die Band setzte damit ein klares Zeichen zur Unterstützung der streikenden Kohlekumpel in den Revieren Großbritanniens. Und natürlich gibt es auch neue Smasher wie „One more day“, „Machine gun Kelly“ oder „Rude boy“, das von Max Splogde eingesungen wurde und später auf „Nightmare On Rude Street“ von SPLODGENESSABOUNDS noch einmal erscheinen sollte. Um ehrlich zu sein, ich habe mit der Platte seinerzeit aus diversen Gründen nicht viel anfangen können, mit Hardcore-Punk hat sie auch wenig zu tun. Wie politisch sie war, habe ich damals auch aufgrund der Sprachbarriere nicht erkannt. Und nun, vierzig Jahre später, entwickelt „Last Tango In Moscow“ für mich einen Charme, den ich nicht erwartet hätte. Gelungene Wiederveröffentlichung!