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LORNA SHORE

I Feel The Everblack Festering Within Me

Es gibt Alben, die sich einem nicht unmittelbar erschließen, sondern erst durch mehrmaliges Hören ihr volles Potenzial offenbaren. In der Umgangssprache bezeichnet man die als Grower. Dann wiederum gibt es solche, die bereits beim ersten Durchlauf eine Gänsehaut erzeugeb. „I Feel The Everblack Festering Within Me“ ist beides. LORNA SHORE legen hier gleich mit dem Opener die Messlatte hoch und lassen wenig Spielraum zu dem, was hier jetzt die nächste Stunde zu erwarten ist. Brachial, verspielt, emotional und episch as fuck wird den Zuhörenden das Hirn püriert. Und trotzdem findet man noch beim siebten Durchlauf noch zahlreiche Elemente, die das Hörerlebnis aufs Neue bereichern. LORNA SHORE schaffen es mal wieder, ein derart komplexes und anspruchsvolles Album so zu gestallten, dass es eine um so vieles größere Masse an Publikum anzieht, als es eigentlich Sinn ergeben sollte. Nach „Pain Remains“, dem Vorgänger, der die Musiker auf ein Level an Popularität anhob, mit dem im Vorfeld niemand rechnete, könnte man unterstellen, dass es bestimmt nicht leicht war, sich an einen Nachfolger zu wagen. Das Ergebnis lässt jedoch den Schluss zu, dass dies keine Hürde war. Auch Stimmwunder Will Ramos hat noch mal einige Skills zu seiner bereits beachtlichen Palette hinzugefügt. Geräusche, die kaum einer menschlichen Kehle zu entstammen scheinen, zeigen, dass seine Bandbreite offenbar keine Grenzen kennt. Wer bei „Pain Remains“ vermutete, LORNA SHORE hätten ihren Zenit erreicht, wird auf brutale Art eines Besseren belehrt.

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