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EXPERIMENTAL TROPIC BLUES BAND

Loverdose

Ein Album, das mit großer Geste auftritt und mit kleinem Atem endet. THE EXPERIMENTAL TROPIC BLUES BAND aus Lüttich, seit über 20 Jahren im Grenzgebiet zwischen Garage-Rock, Blues und dadaistischem Klamauk unterwegs, liefern hier ein Werk ab, das viel verspricht – und dabei doch vor allem sich selbst kommentiert. Der Titel suggeriert Exzess, Leidenschaft, Kontrollverlust. Doch was folgt, ist ein kalkulierter Versuch, Wahnsinn als Methode zu inszenieren. Stücke wie „Angelborsht tragedy“ oder „Mad men rule the world“ klingen, als hätten die BEASTIE BOYS ihre frühen LoFi-Beats mit den testosterongeschwängerten Riffs von ZODIAC MINDWARP AND THE LOVE REACTION gekreuzt – allerdings ohne auch nur ansatzweise über deren Charme, Esprit und anarchische Schlagkraft zu verfügen. Es bleiben freudlose Fragmente; lustlose Hardrock-Riffs, die das stumpfe Beat-Gewitter ergänzen, lassen TETBB unangenehm machohaft erscheinen. Natürlich, handwerklich wirkt alles solide, wenn auch altbacken mit 1990er-Muff. Virtuosität allein schafft keine Dringlichkeit. „Loverdose“ will zu viel – Tanzbarkeit, Transzendenz, Trash und Therapie zugleich – und kann in keinem Bereich wirklich überzeugen. Es bleibt das Gefühl, einer Band zuzuhören, die sich in einem Spiegellabyrinth aus Ironie und Übermut verliert.

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