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DON’T BE SWINDLE (33 1/3)

Mahon Murphy, Ran Zwigenberg

Bloomsbury, wo die „33 1/3“-Reihe erscheint, ist ein akademischer Verlag. Die Bücher in dieser Reihe entsprechen mit Quellenangaben und sorgfältiger Recherche einerseits wissenschaftlichen Kriterien, andererseits sind sie auch so geschrieben, dass man sie auch als Musikenthusiast ohne akademischen Grad entspannt lesen kann. Ein breitgefächertes Spektrum (von DARKTHRONE bis Kylie Minogue) abdeckend, widmet sich jede Ausgabe einer einzelnen Platte aus dem Gesamtwerk eines Künstlers oder einer Band. Auf dem Weg dahin wird der Kontext hergestellt, im Falle von S.O.B. ist das die Szene von Kyoto, bis man endlich zur eigentlichen Platte kommt. Die ist bis heute ein Meilenstein, der zudem auf einen Rerelease wartet, denn außer der Selfish-Pressung gab es bisher keine offizielle. Dafür wurden zahlreiche Interviews mit Bandmitgliedern, dem Coverkünstler und Zeitzeugen geführt und die Einflüsse auf den Stil von S.O.B. im Jahr 1987 recherchiert. Während mich etwas mehr Hintergründe zum notorischen Selfish-Label interessiert hätten, liegt der Fokus hier auf der Band, der lokalen Szene und der Rezeption von „Don’t Be Swindle“, dessen Titel zeittypisches Japanenglisch ist. Die permanenten Quellenangaben werden für die meisten Leser ungewohnt sein, aber man gewöhnt sich schnell daran, und großartig anders als viele andere Bücher über Bands und Szenen ist die Reihe auch nicht, selbst wenn ein gewisser Enthusiasmus fehlt, dafür setzt man lieber auf Fakten. Wer sich für Hintergründe und Zusammenhänge begeistern kann, außerdem noch eine Schwäche für Japan-Hardcore der zweiten Generation hegt, kann seine Bibliothek hiermit um ein kleines, gar nicht mal so günstiges Buch erweitern.

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