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BRIGHT YOUNG THINGS - The Art and Philosophy of él-Records

Mark Goodall

Von einer „Erfolgsgeschichte“ im wirtschaftlichen Sinne kann man bei Mike Always kurzlebigem Label él Records nicht reden. Alway, der zunächst Anfang der 1980er als A&R-Mensch für Cherry Red einige wichtige Bands wie FELT oder MONOCHROME SET entdeckte, danach zu Blanco Y Negro, dem „Alternative“-Sublabel von WEA wechselte, hatte konkrete, wenn auch sehr exzentrische Visionen für sein Programm. Diese konnte er nicht in seinem Sinne bei der WEA ausleben und so gründete er él Records. Dort erschienen von 1984 bis 1989 etwa 30 Veröffentlichungen. Stilistisch könnte man es schlicht als „Indiepop“ bezeichnen, doch ist viel von dem Material von Bar-Jazz, Easy Listening, 1960er-Soundtracks (Cinecittà etc.) geprägt. Dies alles aus einer typisch britischen, leicht spleenigen, künstlerisch stets stimmigen Perspektive umgesetzt. Zu den bekanntesten Künstlern gehörten Momus, Simon Fisher Turner, KING OF LUXEMBOURG, WOULD-BE-GOODS, Vic Godard und Louis Philippe. Das Label funktionierte wie ein Künstlerkollektiv, es gab einen Songschreiber-Stab (vor allem Fisher Turner und Philippe) und einen festen Nukleus von Musikern, die bei beinahe allen Projekten spielten. Kaum eine Veröffentlichung kam allerdings nur ansatzweise in die Nähe der Charts. Erstmals wurde nun diesem ambitionierten, einflussreichen, wenn auch erfolglosen Label ein Buch gewidmet. Mark Goodall beschreibt haarklein den Aufstieg und Fall von él, analysiert mit feuilletonistischen Tiefgang die künstlerische Vision von Alway und seiner Künstler. Im zweiten Teil des Buchs nimmt er einzelne ausgewählte Veröffentlichungen unter die Lupe. Ein faszinierender Einblick in einen wenig erforschten Mikrokosmos.

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