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MC5

Heavy Lifting

Tragischer hätte es nicht laufen können: Die beiden verbliebenen MC5-Mitglieder Wayne Kramer (gt) und Dennis Thompson (dr) starben im Frühjahr 2024 noch vor der Veröffentlichung des erst dritten MC5-Albums, das wiederum das erste seit „High Time“ von 1971 ist. Die 1963 gegründete Band aus Detroit galt mit ihrem 1969 erschienenen Debüt „Kick Out The Jams“ später zusammen mit den STOOGES als Wegbereiter von Punk, lange bevor Punk als eigenes Genre existierte. Sie waren ein radikaler Teil der damaligen Gegenkultur in Zeiten von Bürgerrechtsbewegung und Anti-Vietnamkriegs-Protestkultur. Mitte der 1970er war die Band zerfallen, so richtig zusammengefunden hatten sich ihre Reste um den charismatischen Wayne Kramer erst 2003 wieder und dann ab 2018, sie spielten Konzerte, aber ein neues Album wurde von Kramer in Zusammenarbeit mit Produzentenlegende Bob Ezrin erst ab 2022 in Angriff genommen. Die Veröffentlichung haben Kramer und Thompson, der nur am Rande beteiligt war, nicht mehr miterlebt. Kramer, der Gitarre und Backing Vocals beisteuerte, hatte sich eine Besetzung aus Studiomusikern zusammengesucht: am Bass Don Was, Abe Laboriel jr. an den Drums, Brad Brooks am Mikro. „Über Tote nichts als Gutes“, aber lässt man diese Höflichkeitsregel mal außen vor, war das von ein Anfang ein recht lahmer Gaul. Dem von den Beteiligten durch ein paar Gastauftritte etwas Pfeffer verliehen wird: beim Opener „Heavy lifting“ ist Tom Morello (RAGE AGAINST THE MACHINE etc.) zu hören, bei „The edge of the switchblade“ sind es William DuVall (ALICE IN CHAINS) und Slash, bei „Black boots“ Tim McIllrath von RISE AGAINST, bei zwei Songs ist auch Thompson noch mal dabei. Und nun ja, von der brutalen Wucht, die MC5 einst waren, bekommt man hier nur noch einen Hauch mit. „Heavy Lifting“ ist eines jener unter Berücksichtigung musikhistorischer Verdienste gnädig durchgewunkener Spätwerke – ein solides Rock-Album, bei dem Brad Brooks als Sänger keinerlei Akzente setzen kann.

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