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WHIMSICAL

Melt

2017 wurden WHIMSICAL aus Dyer, Indiana schon mal in diesem Heft erwähnt, anlässlich ihres zweiten Albums „Sleep To Dream“, das eigentlich schon viel früher hätte erscheinen sollen, aber wegen der Auflösung der von 1999 bis 2005 existierenden Band in den Archiven verschwand. Seitdem gibt es WHIMSICAL („schrullig“) wieder als aus Krissy Vanderwoude und Neil Burkdoll bestehendes Duo, das jetzt mit „Melt“ ein neues, viertes Album aufgenommen hat. Schaut man sich die bisherigen Releases von WHIMSICAL an, durchzieht das Artwork aller Platten eine an die Veröffentlichungen von 4AD erinnernden Ästhetik, wo das Duo in den Neunzigern sicherlich auch gut aufgehoben gewesen wäre mit ihrem trotz recht stereotyper Strickart geschmackvollen Dreampop/Shoegaze, für den Bands wie LUSH oder COCTEAU TWINS quasi die Blaupause lieferten, ebenso wie der Sound von RIDE oder SLOWDIVE. Originell geht sicher anders, trotzdem haben WHIMSICAL ihre Qualitäten, vor allen was die zart noisige, durchaus auch mal zupackendere Gitarrenarbeit angeht, neben dem elfenhaften Gesang von Vanderwoude, die sich aber nicht nur in ätherischem Gesäusel ergeht. Ein wirklich schöner, dichter Gesamtsound, den man sich auch mehrmals geben kann, selbst wenn man oben genannte Bands schon alle im Schrank stehen hat – oder gerade deswegen.