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SUN DIAL

Messages From The Mothership

Es gibt Bands, die kommen und gehen, die feiert man momentan ab und stößt man dann Jahre später wieder auf sie, kann man sich kaum daran erinnern. Und dann gibt es Bands wie SUN DIAL. Die wurden 1990 von Gary Ramon (voc, gt, org) gegründet, der zuvor bei CURRENT 93 spielte und sich mit seiner neuen Band dann auf wesentlich psychedelischeren, spacerockenden Pfaden bewegte – und der eigentlich ein Einzelkämpfer ist, der die Band also als Soloprojekt betrachtet und immer wieder mit neuen Mitstreitern arbeitet. Alle paar Jahre veröffentlicht der ein neues Album, „Messages From The Mothership“ ist das zehnte, mit dabei sind diesmal Scorpio (bs) und Cleo Ramon (Mellotron, Moog, Synthesizer). Und vom Opener „Echoes all around“ an ist da sofort dieser Trademark-(Gitarren-)Sound, der markante Gesang, perlt und wabert dieser einzigartig spacige Klangnebel aus den Boxen. Es wird unmissverständlich klar gemacht, dass sich hier der Hohe Priester des Psychedelic zu Wort meldet ... mit einer Thematik, die etwas kauzig anmutet: Als Vierzehnjähriger will Ramon ein UFO gesehen haben, darum drehen sich die (langen) Songs, die in der LP-Version auf der B-Seite versammelt sind, und ja, auch der Albumtitel spielt darauf an. Ich belasse es in diesem Fall mal bei der universellen Weisheit „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“ und enthalte mich eines Kommentars, denn ich vermute, es ist ihm ein ernstes Anliegen. Für mich der Soundtrack für laue Sommernächte mit Blick auf die Milchstraße ... und wer weiß, vielleicht sehe ich bei der Gelegenheit auch mal ein UFO ...