
Zum Thema Tierethik sind schon zahlreiche Veröffentlichungen erschienen. Auch an Einführungen mangelt es dabei nicht. Braucht es also ein weiteres Buch dieser Art? Um es kurz zu machen: Ja! Dieses Lehrbuch gibt einen sehr guten Einblick über wichtige Ansätze der Tierethik in Geschichte und Gegenwart. Zudem ergänzt es die Verlagsreihe Studienkurs Ethik um ein bedeutsames Thema. Bereits ein Blick ins Inhaltsverzeichnis zeigt, wie differenziert sich die Autoren dem Thema nähern: In der Einleitung werden die Vorzüge deutlich, indem Klarheit über die Begriffe Ethik und Tierethik gewonnen wird und auch Quellen (hier: Plutarch) und Fallbeispiele (hier: Elefanten in Botswana) untersucht werden. Im Folgenden befassen sich die Autoren zunächst mit Ursprung und Rezeption des Anthropozentrismus in der Antike, um dann mit dem Höhepunkt und der Infragestellung des Anthropozentrismus in Hochmittelalter und früher Neuzeit fortzufahren. Die Überwindung des Anthropozentrismus ist geprägt durch eine „Orthodoxie“ in der Tierethik. In Kapitel fünf geht es um die Einordnung der Berücksichtigung der epistemischen Anthropozentrik. Kapitel sechs stellt die Frage nach der moralischen Handlungsfähigkeit, bevor das Verhältnis von Ethik und Politik und damit die politische Überwindung des materiellen Anthropozentrismus in den Fokus rückt. Zuletzt wartet im achten Kapitel die Frage, wie Tierethik über den „Tellerrand des Pathozentrismus“ weitergedacht werden kann. Als Fazit bleibt festzustellen, dass das Buch nicht nur eine hervorragende Einführung ist, sondern auch spannende Aspekte für diejenigen bereithält, die sich bereits mit Tierethik befasst haben.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Jens Schäfer