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MDC

Millions Of Dead Cowboys

Man könnte meinen, nach „Mein Trumpf“ von 2017 wäre Dave Dictor angesichts der Aussichten auf eine zweite Trump-Amtszeit eher nach noch mehr Wut und lautem Protest zumute. Aber das Gegenteil ist der Fall: Zusammen mit Mike Smith (und Christ Finster) hat sich Dictor mit meist akustischer, aber auch mal elektrischer Gitarre/Bass-Begleitung (auch mal Mundharmonika) eine ganze Reihe alter MDC-Klassiker vorgenommen wie „Corporate deathburger“, „My family is a little weird“, „John Wayne“ oder „Chicken squawk“ und auch neues Material eingestreut und daraus eine „Cowboy-Platte“ gezimmert. Nein, wie Cowboy-Musik, nach Country klingt „Millions Of Dead Cowboys“ nicht wirklich, sondern eben so, wie es sich anhört, wenn man nach Lagerfeuer-Art zusammen Musik macht – MDC akustisch eben. Und ziemlich leise, fein artikuliert ist der Gesang, kein bäriges Gegröle, man versteht die Texte auch ohne Textblatt. Über die Jahre konnte man das auch schon mal bei verschiedener Gelegenheit erleben, fällt mir da gerade auf, beim Rebellion Festival sah ich Dave mal in diesem Set-up im Wintergardens-Pub. Jetzt noch ein Notenheft nachlegen und die Kids können das zum Gitarrenunterricht mitnehmen – jeder sollte „John Wayne was a Nazi“ singen und spielen können. Wer freilich „richtigen“ Punk bevorzugt, wird dieses Album völlig lahm finden.