
Spanien wurde nach dem Tod des faschistischen Diktators Francisco Franco, der sich fast 40 Jahre lang unumschränkt an der Macht dieses europäischen Staates halten konnte, auf seinen testamentarischen Wunsch hin in eine sogenannte parlamentarische Monarchie überführt. Während dieser siebenjährigen „Transición“, in der weiterhin die alten, reaktionären Kräfte dominierten, gingen parapolizeiliche Gruppen mit unvorstellbarer Gewalt gegen alle sozialen Bewegungen vor, die emanzipatorisch wirken wollten. Flankiert wurde diese rechtsautoritäre Formierung zur Stabilisierung des postfranquistischen Herrschaftssystems von bald auftauchenden neonazistischen Skinhead-Banden, organisierten Fußball-Ultras und anderen faschistischen Zusammenschlüssen. Auf diese ultrarechten Umtriebe reagierte die Generation, die nach der Transición (1975 bis 1982) aufgewachsen ist, in verschiedenen Bereichen und mit diversen, auch militanten Taktiken. Seit Mitte der 1980er Jahre fighten Antifaschist:innen in ganz Spanien gegen die extreme Rechte, die in den staatlichen Institutionen Fuß zu fassen versuchte oder bereits etabliert hat. Der Journalist Miquel Ramos hat sich die Arbeit gemacht, diese nunmehr fast 40 Jahre währenden Kämpfe bis in ihre kleinsten Winkel hinein auszuleuchten und sie in einem Monumentalwerk unfassbaren Ausmaßes auszufalten, das nun bei Bahoe Books auf Deutsch erschienen ist. Ihm ist es gelungen, ein äußerst gut recherchiertes, mit umfangreicher historischer Dokumentation angereichertes Elaborat über den Antifaschismus in Spanien vorzulegen, das all seine Facetten kontextualisierend und entwicklungsmäßig korrekt abdeckt.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Michael Dandl