
Die Zusammengehörigkeit von Folk und Metal ist beinahe so alt, wie die mythischen und altertümlichen Traditionen und Philosophien, aus denen sich der rituelle Folk von FORNDOM speist. Diese Form von naturmystizistischen Atmosphärenfolk ist ein globales Phänomen, er kommt aus Ungarn (THE DEVIL’S TRADE), aus den Appalachen (OSI AND THE JUPITER) oder wie hier aus Schweden. Diese Form von Folk ist selbstverständlicher Teil sämtlicher Metal-Festivals und dabei die Antithese zur Brutalität von Metal – quasi der nachdenkliche, ruhige Bruder (der mit dem Abschluss in Skandinavistik oder Forstwirtschaft). Das Projekt von Ludvig Swärd ist beseelt von den Streichern sowie den Blech- und Holzbläsern des UPPSALA TEMPLE ORCHESTRA. Leise und andächtig entwickeln sich Choräle, dazu anmutige Drones und ein repetitiver Rhythmus. „Moþir“ badet in der klanglichen Rückbesinnung auf die Tradition und erstrahlt durch analoges Instrumentarium und eine alles überspannende Melancholie in einem dämmrigen und natürlichen Licht.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Henrik Beeke