MORD MIT KLEINEN FEHLERN

Es ist immer mit gewissen Risiken verbunden, ein Theaterstück in einen Kinofilm zu transformieren, vor allem wenn es sich um ein Zwei-Personen-Stück handelt, das auf einen Schauplatz beschränkt ist und auch noch über zwei Stunden dauert. Im Fall von Anthony Shaffers 1970 entstandenem Theaterstück „Sleuth“ gab es sogar gleich drei Verfilmungen. Für die erste von Joseph L. Mankiewicz, der in den 1950er-Jahren zu den bedeutendsten Hollywood-Regisseuren zählte, schrieb Shaffer auch das Drehbuch, im selben Jahr arbeitete er mit Hitchcock bei „Frenzy“ zusammen, später folgten Drehbücher für Robin Hardys Kult-Folk-Horrorfilm „The Wicker Man“ und die Agatha Christie-Adaptionen „Tod auf dem Nil“ und „Das Böse unter der Sonne“. Auf DVD war „Mord mit kleinen Fehlern“ bereits 2015 erschienen, inzwischen gibt es auch eine Veröffentlichung auf Blu-ray mit sehr guter Bildqualität, nur der deutsche Ton hat Luft nach oben. Die deutsche Kinosynchronisation ist sowieso etwas gewöhnungsbedürftig, da Michael Caine von Hansjörg Felmy gesprochen wird und nicht von Jürgen Thormann (mit 96 Jahren Deutschlands dienstältester Synchronsprecher), der dem britischen Darsteller in zahlreichen Filmen seine Stimme lieh. „Mord mit kleinen Fehlern“ müsste eigentlich wegen des Ablebens eines der beiden Protagonisten schon nach einer Stunde enden, stattdessen beginnt der Film quasi noch mal von vorne durch den Auftritt eines Kommissars mit dem eigenartigen Namen Doppler. Zwar wird schnell klar, um wen es sich dabei handelt, dennoch ist Shaffers Theaterstück und Drehbuch so raffiniert konstruiert, dass man bis zum Ende gebannt vor dem Bildschirm hockt. Natürlich nicht zuletzt wegen der beiden brillanten britischen Darsteller Laurence Olivier und Caine, die der eigentliche Motor dieses ungewöhnlichen Eifersucht- und Mord-Dramas sind.

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