
Dass Death Metal mitnichten nur simples Gebolze ist, das den immer gleichen songwriterischen Regeln folgen muss, zeigen Vertreter dieses Stils eigentlich schon seit vielen Jahren. Erwähnt seien hier Bands wie MORBID ANGEL, NECROS CHRISTOS, BLOOD INCANTATION, BÖLZER, oder auch SULPHUR AEON, die zwar ordentlich den Hammer kreisen lassen können, aber auch gerne vermeintlich genrefremde Einflüsse in ihre Musik einbauen und damit viele spannende Alben schufen. Auch MOUTH OF MADNESS dürfen, nein, sollten in diesem Zusammenhang Erwähnung finden. Das 2013 gegründete Duo hat nun fast zehn Jahre nach seiner ersten selbstbetitelten EP sein Albumdebüt an den Start gebracht und überzeugt auf darauf mit einem äußerst spannenden Verständnis von finster grollendem Death Metal. Ja, MORBID ANGEL und insbesondere deren wegweisende Alben „Altars Of Madness“, „Blessed Are The Sick“ und „Covenant“ müssen hier zwingend als Einfluss erwähnt werden. Auch MOUTH OF MADNESS bolzen nicht einfach stumpf drauflos, sondern lassen so ziemlich jedes Riff in einer nahezu epischen Melodie aufgehen und erlauben sich zudem zwar komplexe, aber stets nachvollziehbare Rhythmusfiguren. Einige Passagen haben zudem einen sehr starken Ambient-Charakter und letztlich ist es nur logisch, dass für die drei Teile von „Transhimalaja“ Frank Fiedler von POPOL VUH verantwortlich zeichnet, der den Stücken zwar seinen eigenen Stempel aufgedrückt hat, sich die aber dennoch fließend in den Gesamtkontext des Albums einfügen. „Event Horizon“ ist somit in Summe nicht weniger als eines der spannendsten Death-Metal-Alben der letzten Jahre.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Jens Kirsch