
Es ist völlig offensichtlich, dass die Band KNIETENBRINK aus Münster ist. Für diese Info hätte ich den beiliegenden Zettel nicht lesen müssen. Dieser stets an HOT WATER MUSIC angelehnte Klang, von dem es aber heißt, er sei von MUFF POTTER inspiriert, ist sehr verräterisch und wurde so von IDLE CLASS und ähnlichen Bands zuhauf bedient, mal auf Deutsch, mal auf Englisch. Das Ding ist ja, dass das schon alles sehr gut funktioniert. Dieser ein bisschen verzweifelt grölende Gesang mit reichlich Melodie im Punk ist einfach schön. KNIETENBRINK gelingt es immer mal wieder, Gefühle zu wecken, wie zum Beispiel in „Jetzt wieder allein“. Das Ganze fühlt sich echt an und nicht wie aus dem Emo-Handbuch entliehen, wenn auch der Song „Alles was ich kann“ gefährlich nah dran war, bei MUFF POTTER abzuschreiben. „Nach der ersten Euphorie“ ist ein schönes Album, aber ich würde mir wünschen, dass ein wenig mehr Originalität im Hause KNIETENBRINK einzieht.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Bianca Hartmann