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NACKTE GEWALT

2007 erschien Anthony Manns recht brutaler Western „Nackte Gewalt“ (in der DDR hieß er „Blanke Sporen“, was eher dem Originaltitel „The Naked Spur“ entspricht) mal auf DVD, inzwischen gibt es auch endlich mal eine Blu-ray dieses Klassikers in verbesserter Qualität. Als Bonus enthalten sind der oscarnominierte Tex Avery-Cartoon „Little Johnny Jet“ und der Kurzfilm „Things We Can Do Without“, die beide von 1953 stammen, und wohl damals im Kinovorprogramm gezeigt wurden. Anthony Mann war ein Meister des psychologischen Westerns und präsentierte dem amerikanischen Publikum in den 1950ern ausgesprochen zwiespältige Anti-Helden und verschlossene Einzelgänger, die nicht gerade dem von den Hochglanz-Pferdeopern dieser Zeit gewohnten Idealbild entsprachen, auch wenn der Regisseur in seinen Filmen in wunderschön fotografierten Landschaftsbildern schwelgte, die bei „Nackte Gewalt“ unter anderem in den Rocky Mountains entstanden und nicht im Studio. „Nackte Gewalt“ war einer von fünf der insgesamt neun Western, die Mann mit Hauptdarsteller James Stewart drehte, der darin Charaktere verkörperte, die in der Regel von ihrer unrühmlichen Vergangenheit verfolgt werden. In „Nackte Gewalt“ spielt Stewart Howard Kemp, der den flüchtigen Mörder Ben Vandergroat dingfest machen will, gespielt von Robert Ryan aus „Das dreckige Dutzend“ und „The Wild Bunch“. Es geht ihm aber bei seiner Jagd auf den durchtriebenen Mörder nicht um Gerechtigkeit, sondern nur um die 5.000 Dollar Belohnung. In Folge bildet sich um Kemp eine von materiellen Interessen getriebene, nicht wirklich sympathische Zweckgemeinschaft, die sich das Kopfgeld für den gefassten Mörder teilen will, bestehend aus einem alten Goldgräber und einem unehrenhaft entlassenen Unions-Offizier, dem auch noch Indianer auf den Fersen sind, weil er eine Häuptlingstochter vergewaltigt hatte.

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