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FLIGHT OF SLEIPNIR

Nature’s Cadence

Es ist immer etwas irritierend, auf Bands zu stoßen, die bereits seit einigen Jahren aktiv sind (2007) und schon mindestens sieben Alben veröffentlich haben, die letzten beiden, „Eventide“ und „Skadi“, 2021 und 2017 auf Eisenwald und davor 2014 „V.“ auf Napalm Records. Das frühere Schaffen erschien beim deutschen Underground-Metal-Label Northern Silence Productions beziehungsweise dem Sublabel Eyes Like Snow, die „dealing mostly in nihilistic side of black art“, aber in Sachen NSBM absolut sauber sind. THE FLIGHT OF SLEIPNIR (Sleipnir, „Der Dahingleitende“, ist in der nordischen Mythologie das achtbeinige Pferd des Gottes Odin) aus Arvada, Colorado, sind interessante Grenzgänger, die man grundsätzlich in die Black Metal-Schublade packen kann, aber die sich auch bei Doom, Goth, Prog und Folk bedienen, auf dem neuen Album „Nature’s Cadence“ gibt es sogar Americana-Elemente. Sehr ansprechend ist auch die grundsätzliche Rockigkeit der Band, die das Wechselspiel aus entspannt atmosphärischen Parts und druckvollen, noisigen Passagen exzellent beherrscht, dabei aber nicht technisch und verkopft klingt, sondern sich trotz ausgefeilter Arrangements ihren undergroundigen Charme bewahrt hat. Als Vergleich werden hier gerne die Mitte der 1990er gegründeten AGALLOCH aus Portland, Oregon genannt, mich erinnern THE FLIGHT OF SLEIPNIR in den weniger schwarzmetallischen Momenten aber aktuell auch sehr an die mitreißende niederländische Band DOOL. Das beschert „Nature’s Cadence“ unter dem Strich Langzeitwirkung, da die Band sehr stilbewusst und smart über den Tellerrand des stereotypen 08/15-Metal hinausschaut.

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