
Der überlange und komplexe Titel dieser Veröffentlichung wird sich vielleicht nicht verkaufsfördernd auswirken, aber Comicfans wissen, dass Neil Gaiman sowohl einen an der Waffel hat als auch für eine gewisse Qualität bürgt. Außerdem passt er zum verwinkelten Inhalt, in dem ein Autor mehrfach versucht, etwas Brauchbares zu Papier zu bringen, dabei aber immer wieder den Faden verliert, weil er in seinem Schaffensprozess unterbrochen wird. Die so begonnenen und immer wieder verworfenen Geschichten, werden in Schwarzweiß und Grautönen erzählt, die Passagen des Autors hingegen in Vollfarbe. Das eigentliche Highlight sind für mich die Zeichnungen von Shane Oakley, dessen Stil irgendwo zwischen Mike Mignola und Martin Emond liegt. Viel Fläche, auf der anderen Seite aber auch überraschende Details und wunderbare Perspektivspiele mit Panelbrüchen und 1960er-Jahre-Reminiszenzen. Definitiv ein wahrer Augenschmaus, wenn man die komplette Bandbreite zu schätzen weiß, die hier gekonnt abgerufen wird.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Kalle Stille