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NICHTS

Aus dem Jenseits

Die musikalischen Verwerfungen, die es im Laufe einer Bandexistenz so gab, sind bisweilen rückblickend nur schwer zu verstehen. Mit ihren ersten beiden Alben „Made in Eile“ (1981) und „Tango 2000“ (1982) waren NICHTS aus Düsseldorf mitten in diese Kontinentalplattenverschiebung zwischen Punk hier und NDW da geraten, wie auch BÄRCHEN & DIE MILCHBUBIS, HANS-A-PLAST oder ÖSTRO 430. Gitarrist Meikel Clauss hatte die Credibility seiner DER KFC-Vergangenheit, mit „Radio“ hatten sie auf der ersten und mit „Ein deutsches Lied“ auf der zweiten LP Songs für die Ewigkeit, und dann die Krise: nach der Tour im Herbst 1982 stiegen Gründungsmitglied und Gitarrist Clauss sowie Bassist Scarbeck aus – Clauss tauchte bald bei BELFEGORE wieder auf. Sängerin Andrea Mothes und Drummer Tobias Brink machten aber weiter, arbeiteten mit Stephen Keusch (gt) und Peter Szimanneck (bs) am dritte Album „Aus dem Jenseits“, das 1983 erschien. Im Februar kam die Single „Venus schenkt dir schöne Stunden“, im März sollte die Tour folgen, aber nach einer Verletzung von Tobias Brink wurden die Shows abgesagt und die Luft war raus, die Band am Ende, das Label stellte kaum Platten in die Läden. Nun wurde „Aus dem Jenseits“ als CD wie auch als LP in einer von Kai Blankenberg neu gemischten Version rereleaset, und ich finde, wenn man das Album mal für sich stehen lässt, ohne es mit den ersten beiden Alben (schon das zweite war damals ja wegen der musikalischen „Weiterentwicklung“ unter Punks wenig beliebt) zu vergleichen, hat es seine Reize. Nimmt man mal aktuelle Bands und Künstler:innen wie LYSCHKO oder Mia Morgan ist da gar nicht so viel Distanz zwischen 1983 und 2025. „Und die Flammen“ oder auch das neu abgemischte „Venus schenkt dir schöne Stunden“ mit seinen Hitqualitäten zeigen, dass damals ohne den Stress durchaus ein Anknüpfen an den Erfolg von NENA, IDEAL und Co. möglich gewesen wäre – theoretisch. Nicht nur für Band-Diskografie-Komplettisten interessant.

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