
Die Rückkehr der NDW-Punk-Legende aus dem Düsseldorf der frühen 1980er überzeugt mit einem erstaunlich freshen, druckvollen neuen Album, das an das Frühwerk anknüpft – auch gesanglich. Denn seit 2022 ist Nina H. die neue Frontfrau der Band – und nein, wir reden hier nicht von der Eso-Chanteuse aus Berlin, sondern von der ehemaligen Sängerin der Stuttgarter Wavepunk-Formation THE NERVES. NICHTS hatten zuvor an der Gesangsposition mit Sabine Kohlmetz gearbeitet, nachdem die legendäre Ur-Sängerin Andrea Mothes nicht mehr zur Verfügung stand, doch mit Nina H. ist nun eine neue Frische und Direktheit am Start. Bands aus jenen frühen Jahren des NDW, die sich heute noch zusammenraufen können, leiden ja mitunter an einer gewissen Hüftsteifigkeit, aber musikalisch haben sie es sowieso drauf, das bewiesen sie über die letzten Jahre. Mit der neuen Sängerin (und Texterin) wirken NICHTS, die sich musikalisch durchaus auf ihre legendäre Frühzeit beziehen, nun wirklich total gegenwärtig – es hilft sehr, dass Nina bislang mit THE NERVES auf exakt diesem Territorium unterwegs war. Textlich zeigt sich, wie sehr die Verzweiflung der frühen 1980er, die gerade auch die ursprüngliche NDW-Szene prägte, auch die Gegenwart durchdringt: die Technik, die damals vermeintlich drohend vor der Tür stand, ist heute längst im Einsatz, da passt das „Leben im Computerstaat“-Zitat in „Dystopia“.
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