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LATURB

Nie wieder Frieden

Es hat wirklich Monate gedauert, bis ich den Bandnamen verstanden habe. Auch bin ich mir nicht sicher, ob ein provokanter Albumtitel in Zeiten des Krieges noch die Wurst vom Teller zieht. Davon abgesehen hat dieses Trio aus Bremen mit seinem zweiten Album ein sehr hübsches Stück Electro-Synthie-Pop mit deutschsprachigen Texten vorgelegt. Da schallen die 1980er-Referenzen gleich songweise aus den Boxen, Erinnerungen an schwarz gekleidete Menschen ploppen auf, im Kunstnebel ein Schritt vor und zwei zurück tanzend, zu Hause dann gern mal heiße Scheiben von PROPAGANDA, TRISOMIE 21 oder den EURYTHMICS auflegend. Das Schöne an „Nie wieder Frieden“ ist allerdings, dass vor diesem musikalischen Background (der sehr zeitgemäß produziert wurde) nicht selbstbezogen in nostalgisch-kryptischen Befindlichkeiten geschwelgt, sondern textlich sehr deutlich – und somit ganz im Sinne von Punk – das gesellschaftliche Leben im 21. Jahrhundert thematisiert wird. Das ist oft wütend und ätzend, teilweise aber sehr lustig („Pizzasong“). Zuweilen werden Widersprüche und Absurditäten des Lebens im 21. Jahrhundert sichtbar gemacht (Hobbys beziehungsweise Nachbarn). Vom Style und Auftreten her würde ich vermuten, dass sich LATURB in der queeren Szene schon einen Namen machen konnten. Diese gewisse Genderfluidität macht Band und Album noch spannender. Gutes Ding.

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