
So richtig passen NITSCH mit ihrer Melange aus geschmeidigem Austro-Pop und Italo-Disco eigentlich nicht ins Ox. Das Duo, bestehend aus Nick McCarthy (ehemals FRANZ FERDINAND) und Niklas Mitteregger, berichtet von der Liebe und bemüht sich um eine entspannte Atmosphäre mit verruchter Tendenz. Die Zeit in der „Bar von Josefine“ soll eine Möglichkeit bieten, um sich der lauten Welt und den hitzigen Debatten da draußen mal kurz zu entziehen. Einfach tief nach innen gehen und auf die Instinkte horchen. Das klappt leider nur bedingt, da die Kompositionen ziemlich gleichförmig vor sich hinplätschern und die Geschichten über Herz und Schmerz einen nicht wirklich vom Hocker reißen. Sobald NITSCH sich mehr auf Indierock konzentrieren, kommt Leben in die müden Geister, und es ergibt sich eine Ahnung davon, was die beiden noch zusammen auf die Rille pressen könnten. Der dröge Einstieg hat System und das Duo schraubt das Tempo songweise hoch. Das disharmonische „Schlag mich“, das charmant schwarzhumorige „Patschuli“ – endlich Gitarre – und das post-punkige „Spring“ durchbrechen die Lethargie, können aber auch nicht wirklich darüber hinwegtäuschen, dass da deutlich mehr drin und nötig gewesen wäre, um die „Bar von Josefine“ zu einem attraktiven Ort zu machen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Nadine Schmidt