
„That’s All Folks“ ist kein nostalgischer Abgesang, sondern eine präzise gesetzte Schlussmarke. NOT MOVING (nun wieder ohne den Anhang „LTD“) bündeln hier noch einmal alles, was ihre Musik über vier Jahrzehnte getragen hat: Blues als strukturelles Gerüst, Punk als Haltung, dazu Einflüsse aus Garage, Psychedelia und der dunkleren Seite amerikanischer Rocktradition. Das Ergebnis wirkt konzentriert, kontrolliert und erstaunlich frei von Altersmilde. Das Album ist weit mehr als ein nostalgischer Rückblick, es ist eine komprimierte Energieleistung, die beweist, dass die DNS aus Garage-Punk, Psychobilly und düsterem Blues über Jahrzehnte nichts an Schärfe verloren hat. Rita Lilith Obertis röhrende Stimme thront charismatisch über dem verzerrten Gitarren-Gewitter von Dome La Muerte, während Drummer Antonio Bacciocchi die Songs mit stoischer Urgewalt vorantreibt. Die bewusst rauh angelegte Produktion (mit dem straffen Mix von Matt Bordin) fängt den Geist der 1980er Jahre ein, ohne altbacken zu klingen. Tracks wie die Vorab-Singles verneigen sich tief vor Idolen GUN CLUB oder THE CRAMPS, bewahren aber stets die eigenwillige, mediterrane Düsternis der Band. Es ist ein „Circle-Closing“-Projekt, das keine Fragen offenlässt. Die Mischung aus nihilistischem Spirit und hypnotischen Rhythmen wirkt im Jahr 2026 erstaunlich frisch. Wenn der letzte Akkord verhallt, bleibt das Gefühl, Zeuge eines würdigen Abschieds geworden zu sein. Ein lauter, stolzer Abgang.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #125 April/Mai 2016 und Gereon Helmer
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #158 Oktober/November 2021 und Gereon Helmer
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Gereon Helmer