
Wer Zweifel daran hat, ob der Albumtitel tatsächlich eine Anspielung auf „Monarchie und Alltag“ von den FEHLFARBEN sein soll, kann sich spätestens beim Blick auf das Albumcover sicher sein. In gleicher Aufmachung gestaltet wird das Stadtwohnhaus mit dem „10 Millionen Fernsehzuschauer können nicht irren“-Plakat ersetzt durch zur Landung ansetzenden Leichtflugzeuge vor Wäldern und einer Hochhausskyline. Der große „Ein Jahr (Es geht voran“)-Smasher fehlt zwar, der nihilistische Grundton ist aber auch auf „Oligarchie und Alltag“ vorhanden. „Es ist nicht einfach / Jajaja / Und im Fernsehen läuft auch nur Schrott“ wird über die Alltagsprobleme einer klassischen Reihenhausfamilie geätzt, auch rechte Nachbarn, „tätowierte Typen mit einem Männlichkeitsproblem“, Rollkoffertouris, Oberflächlichkeiten, seichte Popmusik oder Berlin im Allgemeinen bekommen ihr Fett weg. Im Gegensatz zu dem berühmten, manchmal schon ziemlich selbstgefällig ernsten Vorbild wird das aber nicht nur in Titeln wie „Ballettbaron“, „Zuckerwatte und Beton“ oder „Behringer escape plan“ (benannt nach Billo-Musikequipment) immer wieder (selbst)ironisch gebrochen. Ja, einfach die richtigen schrammeligen Post-Punk-Knöpfe zum richtigen Zeitpunkt gedrückt. Auf 300 Stück limitierte Vinylauflage, also besser schnell zugreifen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Anke Kalau
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #122 Oktober/November 2015 und Anke Kalau