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KISHI BASHI

Omoiyari

Schon im Opener „Penny Rabbit and summer bear“ entstehen Bilder von weiten Landschaften, Bergen und der rauhen See im Kopf. Schnell kommen Vergleiche zu Bon Iver und Eddie Vedder auf, bevor Kishi Bashi in verträumte Popstrukturen abdriftet.

Folkpop passt als Beschreibung wohl ganz gut und so wird „Omoiyari“ bestimmt auch die glücklich machen, die sich ein offenes Ohr für schöne und atmosphärische Songs bewahrt haben. Wo Justin Vernon aka Bon Iver ins Experimentelle abdriftet, stellt Bashi die Melodie in den Mittelpunkt.

Wobei die Musik hier tatsächlich auch nur als Transportmittel für die Geschichte auf „Omoiyari“ gilt. Der Sohn japanischer Einwanderer, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Amerika übersiedelten, hat ein musikalisches Statement zur aktuellen, doch recht turbulenten sozialpolitischen Lage in Amerika geschrieben.

Dabei vergleicht er seine persönliche Entwicklung mit der des Landes, in dem er aufgewachsen ist, und kommt zu dem Ergebnis, dass da einiges sehr schiefläuft. Irgendwann tritt die Musik komplett in den Hintergrund und wirkt nur noch wie ein Soundtrack zu einer spannenden, aber vor allem sehr tragischen Geschichte.

Das muss man auch erstmal schaffen.