
Im letzten Jahr veröffentlichte Mute eine Neuauflage des ursprünglich 1987 dort erschienenen Albums „Opus Dei“ der im Umfeld des politischen Kunstkollektivs „Neue Slowenische Kunst“ entstandenen LAIBACH. „Opus Dei“ stellte damals eine Zäsur dar für die bisher für extreme Industrial-Sounds bekannte slowenische Band. Zwar wurden LAIBACH dadurch nicht unbedingt massenkompatibler, denn ihre durch provokante Symbolik befeuerten politischen Reibungspunkte waren auch hier noch vorhanden, allerdings verpackt in an kommerzielle Popmusik angelehnter verzerrter Form. Darunter fanden sich zwei eigenwillige Coverversionen, „One vision“ von QUEEN und „Live is life“ der österreichischen Rockband OPUS (ein schönes Beispiel dafür, was man aus einem echt beschissenen Song machen kann), ganz im Sinne des LAIBACH-Zitats „Popmusik ist für Schafe und wir sind als Wölfe getarnte Hirten“. Aus „One vision“ machten LAIBACH unter dem Titel „Geburt einer Nation“ die perfekte Reichsparteitag-Hymne, bei der man regelrecht Zuckungen im rechten Arm bekommt und die einschlägigen Riefenstahl-Bilder vor dem geistigen Auge erscheinen. Der Neuauflage folgte auch eine Tour, auf der LAIBACH allerdings keine 1:1-Wiedergabe von „Opus Dei“ aufführten, sondern die Stücke ihrem modernisierten Sound anpassten, in den die Band auch konventionellere Formen von Pop, Rock oder Techno einfließen ließ. Auf „Opus Dei Revisited“ gibt es jetzt zwei Neuaufnahmen von „Opus Dei“, eine von LAIBACH selbst und die andere vom ursprünglichen britischen Produzenten Rico Conning (die düsterer und näher am Original ist), die dem Album möglicherweise etwas die frühere Bissigkeit nehmen, aber dennoch eine faszinierende Neuinterpretation dieses wichtigen Albums in der LAIBACH-Diskografie darstellen.
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