
Hinter diesem Projekt steckt kein Mensch namens Oskar, sondern einer, der Frank Balzer heißt. Es handelt sich dabei um das zweite Solo-Werk von ihm auf dem Berliner Mikrolabel Froh & Munter Records. Hinter dieser Indie-Veröffentlichung stecken jede Menge Ebenen, die es zu durchdringen gilt. So ist das namensgebende „Toska“ dem Russischen entnommen und bezeichnet eine ziemlich tiefe und nicht ganz erklärbare Art der Melancholie und Unruhe. Das spiegelt sich auch in dem nachdenklichem deutschsprachigen Indie-Sound, den Balzer hier an den Tag legt, und der öfter mal an PeterLicht oder auch Tom Liwa erinnert. Während Berlin im Schnee versinkt, passt diese Art von Musik zur Jahreszeit: Zumeist recht introvertiert und durchaus geeignet, dem Schneetreiben aus einer warmen Bude heraus zuzuschauen und dabei die Gedanken fließen zu lassen. Balzer hat zum Glück nicht nur Tracks zusammengestellt, die zum lethargischen Auf-die-Schuhe-Schauen einladen. „Wo die Sonne scheint“ beginnt beispielsweise recht funky wie DIE STERNE, um dann in SURROGAT-artigen Noise auszubrechen. Das zeigt also, dass OSKAR ICH ein durchaus vielseitiges Indierock/Pop-Projekt mit den nötigen Kanten ist, das aber vor allem eine große melancholische Zugänglichkeit aufweist.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #159 Dezember 2021 /Januar 2022 2021 und Gary Flanell
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