MICHAEL MONROE

Outerstellar

Jedes Mal, wenn ich lese, dass Glamrock-Ikone Michael Monroe ein neues Album veröffentlicht, frage ich mich, wann oder besser, ob der alten Haudegen sich überhaupt mal in den Rock’n’Roll-Ruhestand verabschieden will. Schließlich tingelt der Finne, der mindestens so new yorkish ist wie die NEW YORK DOLLS, schon seit so langer Zeit mit seiner Band HANOI ROCKS um die Häuser, da flitzten Axl Rose und ich noch mit der Trommel um den Christbaum. Dann schäme ich mich aber schnell ob dieses Gedankens und bin im Nullkommanichts gefangen von der Energie und dem Hitpotenzial des Godfathers aller Sleazerocker. Wer jetzt vermutet, dass es sich bei seinem nun 13. Studioalbum um schnarchnasigen Altherrenrock handelt, der könnte falscher nicht liegen. „Outerstellar“ ist vielleicht nicht mehr ganz so rotzig wie die Vorgänger, eher ein Schritt nach vorn Richtung große, amerikanische Rockmusik in der Tradition von Tom Petty oder Bruce Springsteen, dabei verleugnen die Songs allerdings nie ihre Wurzeln: Glam- und Punkrock. Kaum zu glauben, dass Monroe bald schon an der 70 kratzt, so frisch, energiegeladen und zeitlos, wie er sich anhört. Wo jetzt der Haken ist? Keine Ahnung, ich habe ihn nicht gefunden.

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