
2009 schon gründeten sich DFMK in Tijuana, Mexiko, einer Stadt direkt an der Grenze zu den USA, zu San Diego. Ein paar 7“s nahmen sie auf, 2021 das titellose Debüt, und nachdem sie AT-Chef Jello Biafra bei einer Show in Oakland, CA begeisterten, kam dort 2022 eine 7“ und nun das Album, das freilich schon 2023 im heimischen Tijuana aufgenommen und dann von Jason Livermore im The Blasting Room verfeinert wurde. Apropos verfeinert: beim Titelsong „Playa nuclear“ und bei „Sometidos y aburridos“ hört man dezente Farfisa-Klänge, für die Nicole Laurenne von THE DARTS verantwortlich ist. Mehr Namedropping gefällig? Das Artwork ist von Boom Boom Kid aus Buenos Aires, Argentinien, der früher mit seiner Band FUN PEOPLE Dauergast in Europa war. Bei „Lo que necesito“ singt er zudem mit. Das Album ist durchweg spanischsprachig, die Texte sind direkt und einfach, etwas Schulspanisch reicht zum Verständnis und Mitsingen, siehe „Lavado de cerebro“ oder „Tren de la muerte“ über die Migrationsroute gen USA via Mexiko, bei der Tijuana eine wichtige Rolle spielt, weil viele Menschen hier stranden. Dass Jello an DFMK Gefallen gefunden hat, verwundert nicht wirklich, hier sind durchaus Parallelen zu seiner einstigen Band zu erkennen: sehr gelenkiger Punkrock mit hoher Eingängigkeit, aber auch einer gewissen Virtuosität und durchaus Groove. Wer bei „Soy la enfermedad“ mitgrölt, hat fast schon „Sonic reducer“ im Kopf, an anderer Stelle bin ich mental bei den famosen CRIM und auch ihren Landsleuten FLORES Y FUEGO. Eine starke Platte!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Joachim Hiller