So, bitte aufzeigen: Wer mag NORTHLANE? Wer mag „Stranger Things“? Gut, dann könnten PRIDIAN etwas für euch sein. Der neue heiße Scheiß im Progressive Metalcore kommt aus Estland, klingt aber eher, als würden ein paar alte Hasen aus Australien ihr Faible für düstere Retro-Serien ausleben und diese atmosphärisch vertonen wollen. Musikalisch schlägt sich das in der sehr dichten Wand aus Synths nieder, die das Djent-Riffing die meiste Zeit über unterstützt, man höre etwa den Keyboard-Einstieg von „DINY“ (könnte der Anfang eines The Weeknd-Songs sein) oder das Zwischenspiel „Synthetic salvation“, das auch einen Auftritt des ST-Oberschurken Vecna untermalen könnte. Man kann nun also nicht behaupten, dass PRIDIAN sich keine Mühe geben würden, ihr Debütalbum atmosphärisch dicht zu gestalten. Das ist schon alles sehr überzeugend düster, wesentlich düsterer als NORTHLANE etwa, was dann auch eine der Besonderheiten des Albums ist: eine fast schon cineastisch düstere Atmosphäre, die das Kopfkino beflügelt. Jedoch geht das zu Lasten des Riffings, was auf einem Metal-Album selten vorteilhaft ist. Wenn man sich an etwas erinnert, dann eher an Melodien oder Effekte der Synth-Spur als an ein Gitarrenriff – woran unterm Strich aber auch das halbe Genre krankt. Mit ein paar mehr Gänsehautmomenten wäre der Genre-Thron zumindest in Sichtweite.
© by Fuze - Ausgabe #112 Juni/Juli 2025 und Arne Kupetz
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