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PRIMITIVE MAN

Observance

Neben FULL OF HELL sind PRIMITIVE MAN die Band auf Relapse, die ich am meisten für ihre Kompromisslosigkeit bewundere. Seit 2012 hat es das US-Trio mit notorisch schlechter Laune auf jetzt vier Longplayer gebracht, aber zig Split-Releases und Singles nebenher veröffentlicht. Die kürzere Spieldauer bietet den Vorteil, dass dem Hörer die reelle Chance gegeben wird, die depressiv-destruktive Grundstimmung der Band zu überleben. Das wird bei dem toxischen Gebräu auf „Observerance“, das sich auf über eine Stunde erstreckt, doch gelegentlich infrage gestellt, so brutal ist die kriechende Wand aus Sludge und Doom, die immer wieder in pure Noisepassagen abdriftet. Während andere Death-Doomer nach verhallter Gruft klingen, sind PRIMITIVE MAN glasklar, jeder knurrende Basston trifft unerbittlich die Magengrube und die schneidenden Feedbacks der Gitarre verätzen erbarmungslos die Gehörgänge. Aber die Band suhlt sich nicht in Selbstverliebtheit, sondern zeichnet im verzweifelten Gesang das Bild einer Gesellschaft im Niedergang, das jetzt drei Monate nach Veröffentlichung des Albums realer ist denn je. „With 450 million motherfucking guns, things do not have to be this way / Now it’s us or it’s fucking them / End of dreams / Fog of war / Now new horrors until peace rises from the tomb.“

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