
Das Problem vieler alter Fernsehserien ist, dass sie nur noch auf alten Sendebändern der TV-Anstalten existieren und eine Restaurierung kaum möglich ist. Bei der Schwarz-Weiß-Serie „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ (der ursprüngliche Titel von „Raumpatrouille Orion“), einem echten Dauerbrenner der TV-Unterhaltung der 1960er Jahre, der schon häufiger auf einem digitalen Medium veröffentlicht wurde, liegt das Ganze offenbar noch auf 35-mm-Film vor und so gab es vor kurzem sogar ein neues 4K-Release. Nach einer reinen UHD-Veröffentlichung gibt es diese Version jetzt auch auf normaler Blu-ray und DVD. Ebenfalls enthalten ist der unnötige Kino-Zusammenschnitt der insgesamt sieben Episoden unter dem Titel „Raumpatrouille Orion – Rücksturz ins Kino“ aus dem Jahr 2003 – bei Petersens „Das Boot“ hatte die Kinoversion im Vergleich zur TV-Serie ja auch nicht funktioniert. Inzwischen würde man wohl annehmen, dass „Raumpatrouille Orion“ eine Kopie von Gene Roddenberrys „Raumschiff Enterprise“ war (beide starteten Ende 1966 und beginnen mit einem gesprochenen Text zu Beginn jeder Episode), aber tatsächlich hatte Schöpfer Rolf Honold die Idee bereits Anfang der 1960er, nur bis zur Umsetzung dauerte es etwas. Wer „Raumpatrouille Orion“ aufgrund der produktionstechnisch preisgünstigen Umsetzung (das legendäre Bügeleisen oder Minenspitzer als Raumschiff-Apparaturen) heute als reines Trash-Spektakel abtut, übersieht dabei, dass es sich hier um gut geschriebene, intelligente Science-Fiction-Storys handelt. Weniger gut gealtert mögen die dabei vermittelten Geschlechterrollen sein oder das Machotum von Dietmar Schönherr als draufgängerischer Commander Cliff Allister McLane. Nicht unerheblich zum Kultstatus der Serie trug auch die tolle, sehr jazzige Musik von Peter Thomas bei.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Thomas Kerpen