Foto

RESTON HARDCORE - An Oral History

Andy Keiler

Die Außenwahrnehmung von uns Europäern konzentriert sich in den USA mehrheitlich auf die Punk-Szene in den großen Städten und Ballungsräumen. Das es durchaus sehr aktive und umtriebige regionale Szene gibt, ist für mich als jahrzehntelangem Kenner der US-Punk-Geschichte kein Geheimnis, daher freue ich mich sehr über das Buch von Andy Keiler. Reston ist eine Kleinstadt mit 63.000 Einwohnern im US-Bundesstaat Virginia, die 35 km westlich der Hauptstadt Washington, D.C. liegt. Northern Virginia verfügte seit den 1980er und 90er Jahren über eine lebendige Punk-Szene, die sich von der rohen Energie des DC-Hardcore und dem unverwechselbaren Sound der Bands, die in den Inner Ear Studios aufnahmen, inspirieren ließ. Und es ist nicht überraschend, dass aus der Kleinstadt eine ganze Reihe von Musiker hervorgingen, die in Punkbands wie GWAR, SCREAM, AVAIL, BRANCH MANAGER oder DECEASED spielten. Zusätzlich gab es unabhängige Labels wie DSI, Simple Machines, Teen Beat, WGNS, Torque und Victrola, die der Underground-Bewegung von Reston eine Stimme gaben. So entstand eine gut funktionieren DIY-Community, die sich gegenseitig unterstützte. Ein für die Punk Szene Restons sehr wichtiges Ereignis waren die jährlichen Jam for Man Festivals, die von 1988 bis 2018 stattfanden. Die Geschichte der dieser Benefizveranstaltungen wird erzählt von den Menschen, die sie organisiert und gelebt haben. Autor Andy Keiler führte über sechs Jahre hinweg Interviews und dokumentierte die Szene in Northern Virginia und speziell in Reston. Im vorliegenden Buch ergibt sich daraus ein umfangreiches und spannendes Gesamtbild.

Anzeige