Foto

REVOLUTION IN 35MM - Political Violence And Resistance In Cinema From The Arthouse To The Grindhouse, 1960-1990

Andrew Nette, Samm Deighan

Wie bei allen Medien, ob Film, Musik oder bildende Kunst, kann man sich damit auseinanderzusetzen, indem man sich von den unmittelbar Beteiligten darlegen lässt, was ihre Intentionen dabei waren, oder man lässt studierte Menschen in deutlich analytischerer und intellektueller Form „Kunstwerke“ formal und inhaltlich durchleuchten und hinsichtlich ihrer Bedeutsamkeit bewerten. Ersteres dürfte authentischer sein, aber natürlich haben auch andere Formen der Interpretation ihre Berechtigung und können zu spannenden Erkenntnissen führen, auch wenn man nicht selbst im Kopf der Künstler:innen steckt. Wobei ich gerade im Bereich Film verkopfte Analyse-Versuche von Cineasten meist als ziemlich ermüdend empfinde. Aber es gibt in diesem Bereich auch ansprechende Ausnahmen wie etwa „Men, Women, and Chain Saws: Gender in the Modern Horror Film“ der amerikanischen Professorin Carol J. Clover, die 1992 feministischen Themen in spekulativen Horrorfilmen auf der Spur war. Durchaus ähnlich ist der Ansatz von „Revolution in 35mm“, eine Zusammenstellung von Artikeln, in denen es um politische Gewalt und Widerstand in Arthouse- und Kultfilmen zwischen 1960 und 1990 geht. Darunter Genres wie Spaghettiwestern, italienische Polizeifilme, Blaxploitation oder Mondo-Filme, aber auch anspruchsvollere Werke wie von Costa-Gavras, Chabrol, Godard oder Elio Petri, was „Revolution in 35mm“ zu einer thematisch sehr breit gefächerten und spannenden filmhistorischen Entdeckungsreise macht, die alleine schon wegen der reichhaltigen Bebilderung mit raren Filmplakaten und Aushangfotos lohnenswert ist.

Anzeige