ROBOT DREAMS

2007 hatte die aus Chicago stammende Autorin und Illustratorin Sara Varon, in deren Werken meist nicht-menschliche Figuren wie Katzen und Hühner oder Cupcakes und Auberginen unwahrscheinliche Freundschaften eingehen, ihre charmante dialogfreie Graphic Novel „Robot Dreams“ veröffentlicht, und damit quasi Philip K. Dicks Frage „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ mit einigem zeitlichen Abstand beantwortet. Ein Jahr später erschien Varons Comic auch hierzulande unter dem Titel „Robo und Hund: Wahre Freundschaft rostet nicht“ beim Ravensburger Buchverlag, wurde im Zuge der Verfilmung des Spaniers Pablo Berger aber noch nicht wieder neu aufgelegt. Berger hatte 2012 mit „Blancanieves“ eine bizarre wie herzerwärmende Märchen- und Stummfilm Hommage mit Motiven aus „Schneewittchen“ und „Aschenputtel“ inklusive böser Stiefmutter gedreht und verließ sich dabei – abgesehen von gelegentlichen Texttafeln – allein auf die Ausdruckskraft seiner Bilder und Darsteller. Varons Graphic Novel ist sicher nicht die erwartbarste Wahl für einen abendfüllenden Animationsfilm, aber Berger hat die Geschichte gelungen erweitern können, ohne ihre eigentliche Botschaft zu verzerren. Ähnlich wie bei „Blancanieves“ ist die Abwesenheit von Dialogen nie ein Problem für das Funktionieren der positiven und liebenswerten Geschichte mit ihrem bittersüßem Ende über eine ungewöhnliche und nicht ganz unproblematische Freundschaft zwischen einem einsamen Großstadt-Hund und einem Roboter, den er sich per Post als Bausatz schicken lässt, unterlegt von Musik von REAGAN YOUTH und THE FEELIES, Buck Owens’ großartigem Halloween-Song „(It’s a) Monster Holiday“ und immer wieder „September“ von EARTH, WIND & FIRE. Darüber hinaus lässt der wunderbar animierte Film das New York der 1980er Jahre auf eindrucksvolle Art wieder lebendig werden.

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