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PRINCESS STANDARD

Romy Hausmann

Wer hätte gedacht, dass das stets mit fröhlicher Neugier empfangene Review-Paket aus dem Ox-HQ mal ein Buch von einer Bestsellerautorin enthalten würde? Eine Autorin, deren Thriller „Liebes Kind“ für Netflix verfilmt wurde. Es klingt unwahrscheinlich, auch wenn es sich hier nun nicht um den heiß erwarteten neuen Krimi handelt. Die Verflechtungen, die dieses Buch umgeben, klingen allesamt unwahrscheinlich, nicht nur die Verbindung zwischen der gefeierten Bestsellerautorin und mir als Rezensentin. Es geht um die Thriller-Autorin Romy Hausmann und einen Gedichtband, der nur deshalb zustande gekommen ist, weil sie zufällig über eine alte Schreibmaschine stolpert, die sie daran erinnert, dass es Zeiten gab, in denen eine Zeile nicht mal eben schnell geändert werden konnte, und die sich mit der Schreibmaschine bewaffnet fühlt wie Hemingway. Es setzt sich mit der Zusammenarbeit mit FORTUNA EHRENFELD fort, die diese Gedichte vertonen und dies ebenfalls in unerwarteter Weise. Auf der beiliegenden CD gibt es also mal sanfte Klavierklänge, mal stampfende Technobeats, die so auch nicht das sind, was wir aus dem FORTUNA EHRENFELD-Universum gewohnt sind. Der Gedichtband hält, was Romy Hausmann mit ihrem Vergleich mit einer Herz-OP verspricht. Die Texte in „Princess Standard“ sind direkt und unverklärt, kommen teilweise scheinbar ganz plötzlich aus ihr herausgepurzelt und werden in die Schreibmaschinentasten gekloppt, dass sie bloß „random“ genannt werden können. Dem Schreibprozess angemessen ist der Band unverschnörkelt editiert, quasi wie schlicht aus der Maschine rausgezogen. Eine Vertonung, so cool so was auch sein kann, wie Nagels „Was kostet die Welt“ beweist, empfinde ich in diesem Fall beinahe als ablenkend.

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