
„Ain’t I’m a dog“ ist schon eine sehr passende Selbsteinschätzung von Ronnie Self. Der krawallige, aber leider weitgehend erfolglos agierende Sänger, Songschreiber, Gitarrist und Rockabilly-Shouter hat es mit „Bop-A-Lena“ lediglich zu einer kleinen Chartsnotierung gebracht, dabei hätte er mit seiner krächzenden Stimme und seinem stattlichen äußeren Erscheinungsbild durchaus das Zeug zum Star gehabt. „Mr. Frantic“ wurde er genannt, seine wilde Bühnenpräsenz machte ihn zum Frauenschwarm und Labels wie ABC-Paramount, Columbia und Decca veröffentlichten ab 1956 seine Songs. Bear Family wühlt sich für diese „Rocks“-Compilation durch Ronnies Songs aus den späten 1950ern, ein weiter Bogen von seinen wilden ersten Einspielungen bis hin zu den frühen Demos von „Grandma’s rockin“ und das von Elvis bekannt gemachte „Money honey“. Auch einige Tracks von Tonbändern, die Ronnie als Demos von Stücken für andere Künstler aufnahm, sind enthalten; leider nicht „Sweet nothin’s“, das er für Brenda Lee komponierte. Seine Karriere versandete in den 1960ern und 1981 kam leider sein viel zu früher Tod (langjähriger Substanzabusus forderte Tribut). 33 Titel, eine fesselnde Werkschau eines zu Unrecht vergessenen Künstlers, der leider viel zu wenig auf die Kette bekam. Dickes Booklet, wie immer mit aufschlussreichem Linernotes von R’n’R-Archivar Bill Dahl, sattes sorgfältiges Mastering und edles Packaging fehlen natürlich nicht, Bear Family Qualität eben!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #176 Oktober/November 2024 und Gereon Helmer