Foto

KILLER KIN

s/t

Die Kanäle der internationalen Underground-Rockmusik sind unergründlich und weitverzweigt ... 2023 gab es eine erste Version des Debütalbums der fünfköpfigen Band aus New Haven, Connecticut auf dem US-Label Dead Beat, 2024 folgte eine Tape-Version in Indonesien, und nun haben sich drei europäische Labels darum bemüht, die Platte auch auf diesem Kontinent verfügbar zu machen: Wap Shoo Wap aus den Niederlanden sowie Beast und Andrenaline Fix aus Frankreich. Kreativer Kopf der Unternehmung ist wohl Songwriterin (und Artworkgestalterin) Chloe Rose, die sich auf dem Coverfoto in (sehr wenig) Nieten und Leder zeigt, dazu eine Kette schwingend. Einer ihrer Jungs posiert so mager wie einst Iggy oberkörperfrei, und womöglich ist das Sänger und Texter Mattie Lea, der sich und das Publikum sehr expressionistisch mit wütendem Brüllen und spitzen Schreien in Ekstase zu bringen versucht. Sagte ich gerade Iggy? „Zufällig“ klingen KILLER KIN immer wieder mal wie die STOOGES kurz vor dem „Metallic K.O.“, und wer dann noch eine ordentliche Prise MC5 und DEAD BOYS imaginiert, kommt der Dreifaltigkeit des Proto-Punk schon sehr nah – die PAGANS schauen auch um die Ecke. Der Vorteil: die Jungs und die Dame sind locker ein halbes Jahrhundert jünger als die (überlebenden) Mitglieder jener Pioniere, agieren entsprechend frischer. Und wenn das live nur ansatzweise so scharf geschossen rüberkommt, wie es hier (live?) eingespielt wurde, fühlt man sich nach der Show garantiert so, als habe man von Chloe eine ordentliche Ladung Chainwhips abbekommen.

Anzeige