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SCENE LOSER - The True Story Of The Grunge Underground

Ned Hayden

20 Dollar für ein schmale Softcover-Büchlein mit gerade mal 100 Seiten ...? Moment ... Andere Schreiben dicke Bücher und labern viel, Ned Haydens autobiografischer Rückblick auf die Jahre 1987 bis 1993 ist auf den Punkt gebracht – kein ausgeschmücktes Gelaber, sondern mit viel Namedropping runtergeschnodderte Rock’n’Roll-Anekdoten. „Ned who?“ mögen manche fragen, und in der Tat ist seine Band ACTION SWINGERS wohl nur noch Menschen ein Begriff, die Anfang der 1990er Musik aus New York hörten und sich des Umfelds bewusst waren: UNSANE, PUSSY GALORE, A-BONES, J Mascis trommelte hier mal kurz. Hayden, ausweislich seines Verlagsnamens wohl Jahrgang 1962, beginnt seine Story mit einem Konzert von GREEN RIVER und U-MEN 1985 in Hoboken, NJ. Mit den NIGHTMARES hatte er eine eigene Band, lebte prekär im New Yorker East Village, jobbte erst im CBGBs-Plattenladen „Record Canteen“ und führte diesen bald, lernte zig Bands kennen (und erzählt dazu reichlich amüsante Anekdoten) und bekam einen Job beim damals wichtigen Label Caroline Records. Er erlebte die Jahre des Grunge-Hypes mit und kommentiert als „Early Adopter“ (siehe GREEN RIVER 1985) entsprechend sarkastisch seine Erfahrungem im Musikgeschäft, tut dies aber – und das zeichnet ihn aus – nie wichtigtuerisch, sondern immer mit einem lakonischen Unterton. Der eigene musikalische Erfolg mit den ACTION SWINGERS war eher mäßig, er schreibt, Bands wie NEW BOMB TURKS hätten später von ihrer Pionierarbeit profitiert. Wer NYC seinerzeit selbst erlebt hat, erkennt vieles wieder, und wer dafür zu jung ist, bekommt einen Einblick in eine untergegangene Welt. Lesenswert!

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