
Die Kinder werden erwachsen. „Schreikinder“ markiert für das Deutschpunk-Quartett aus Oberbillig den großen Schritt von DIY zu Plattenlabel. Und der ist absolut gelungen! Die Musik erinnert an DIE TOTEN HOSEN und DIE ÄRZTE, jedoch machen DORFTERROR klar ihr eigenes Ding. Dominik aka Fussel singt gemeinsam mit Julia aka Chili, wodurch eine tolle Dynamik entsteht. In den Texten beschreibt die Gen-Z-Band ihre Perspektiven auf die Gesellschaft, die Politik und sich selbst. Das Album hat durchgehenden Flow, die Stimmung wechselt nahezu mühelos zwischen Wut, Frust und Freude. Dies zeigen schon die Singles: So gibt es mit „Kein Fußbreit“ ein starkes „Fuck you!“ Richtung Faschismus und die AfD. „Welt zu klein“ hat die gleiche Attitüde gegen Neoliberalismus und reißt komplett alles ab.„Fassaden“ wiederum ist eine wütende Kritik an der Schließung des Exhaus in Trier. Gleichzeitig nimmt man sich in „Drei Akkorde, trotzdem nice“ auch selbst ein wenig aufs Korn. „Blaue Haare“ hingegen wirft einen nostalgischen Blick auf die Zeit als Teenie-Punk. Aber auch die Nicht-Singles gehen ab. Meine Favoriten sind „Grüne Hölle“ und „Kein Lied vom Teilen“. Das Album hat 13 durchgehend mitreißende Songs, mit hohem Mitschrei-Faktor. Wer die CD besitzt, darf sich sogar über einen 14. Track freuen – und wie: „Am Arsch die Römer“ ist eine geniale Ska-Punk-Liebeserklärung an Trier. Je öfter ich „Schreikinder“ höre, desto besser wird es.
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