
Der in London geborene Sänger und Gitarrist Mat „Kvohst“ McNerney ist musikalisch so variabel wie in der Wahl seiner Wohnsitze: In UK aufgewachsen, lebt er später in Norwegen und den Niederlanden und nun seit einiger Zeit in Finnland. Mit DØDHEIMSGARD widmete er sich gleichermaßen extremem wie experimentellem Metal, mit HEXVESSEL einer düsteren Form von Folk und mit BEASTMILK näherte er sich 2013 dem Goth-Rock an. Die Band war kurzlebig, machte bald schon als GRAVE PLEASURES weiter, existiert aber nicht mehr. Nun firmiert McNerney unter SCORPION MILK, das Album „Slime Of The Times“ ist gerade erschienen. Was es mit dem neuen Projekt auf sich hat? Mat bezeichnet es explizit nicht als Band, sondern als „ein weiteres Kapitel meines apokalyptischen Post-Punk-Œuvres“. Das hat er umgesetzt mit einer Reihe von befreundeten Musikern und dabei jenen Teil seiner Künstlerpersönlichkeit ausgelebt, der von seiner jugendlichen Begeisterung für Goth geprägt wurde. Drummer Tor Sjödén war bei NEW KEEPERS OF THE WATER TOWERS und spielt heute bei VIAGRA BOYS. Nate Newton, der Bass spielt, kennt man von DOOMRIDERS und CONVERGE, und Paul Ferguson von KILLING JOKE hat bei „All the fear“ als Gastschlagzeuger mitgewirkt. „Dieses Album ist stark von KILLING JOKE beeinflusst“, erzählt McNerney, und ja, das hört man, etwa bei „The will to love“ und dem Titelsong „The slime of the times“. An anderer Stelle schimmern die späten THE SISTERS OF MERCY durch, auch mal JOY DIVISION – und immer wieder die Rhythmik von KILLING JOKE, aber auch deren halliger Gesang: „Auf, lass uns den Rubikon überqueren!“ McNerney hat sich auf „Slime Of The Times“ umfänglich ausgetobt, wer immer seine früheren Projekte (Bands!) mochte, wer ähnliche Goth-Wurzeln hat, dem wird das Album höchst angenehme Schauer über den Rücken laufen lassen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Joachim Hiller
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