
Was bedeutet eigentlich ... cataphil? Katzenliebend? Das Internet findet nur eine Hautcreme namens Cetaphil. 2022/23 veröffentlichte die Band aus Bremen auf dem ebenfalls dort ansässigen altgedienten DIY-Label Sabotage das erste Album, nun ist der Nachfolger „Shadow Self“ erschienen und begeistert vom ersten der zehn Song an. Auffällig und der Sache sehr dienlich ist die exzellente, sehr druckvolle, dynamische Produktion, die genretypisch mit reichlich Hall arbeitet – passt! Anja (voc, key), Mommers (gt, voc), Heini (bs) und Jan (dr) haben ein Wave/Post-Punk-Album aufgenommen, das ihr schon nicht schlechtes Debüt deutlich toppt. Ich fühle mich direkt, äh, 40 Jahre jünger, habe wieder meine Birdnest-Frisur und freue mich über jede düstere Neuentdeckung à la SKELETAL FAMILY, GENE LOVES JEZEBEL, MARCH VIOLETS oder GHOST DANCE. CATAPHILES knüpfen hier perfekt an, mit markanten Dual-Vocals, hier glockenhell, da grabesdunkel, und gerade wenn Mommers singt, denke ich immer wieder an KONTROLLE und deren Frontmann Daniel, wobei die ein ganzes Stück schärfer zur Sache gehen. Mir gefällt hier ganz speziell diese „umfassende“ Wall of Sound. Verblüffend, wie nah dran an den alten Held:innen CATAPHILES mit dieser Platte sind, ohne dass man sie als bloße Adepten abkanzeln könnte – nein, das euphorisiert und ist richtig gut!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #169 August/September 2023 und Bianca Hartmann
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Joachim Hiller