
Vor ein paar Monaten hätte ich mit einer meiner Bands auf einem kleinen Doom-Festival in Braunschweig spielen sollen. Leider mussten wir krankheitsbedingt absagen, jedoch sind ein paar meiner Bandkollegen trotzdem gefahren, um dem Event als Zuschauer beizuwohnen. Bei ihrer Rückkehr erzählten sie völlig geflasht von einer Band namens ASCIAN, die ich mir doch dringend mal anhören sollte. Gesagt, getan – und ja, auch ich war sofort völlig begeistert. Die Band aus dem Großraum Braunschweig fand 2018 zusammen und hat mit „Sing To Me, Sweet Void“ ihr zweites Album am Start. Im Kern besteht die Musik aus den Elementen Doom und Death Metal, wobei ersteres deutlich überwiegt. Die Band lässt sich viel Zeit in ihren Songs, um Spannungsbögen aufzubauen, arbeitet mit sehr viel Melodie und lässt gerne mit schleppender Riffwucht die Wände beben. Dass der Gesang dabei zwischen vielen Cleans und einigen Growls pendelt, liegt fast in der Natur der Sache. Wenn bei „The odium palace“ dann zu Beginn das Saxophon loslegt, ist die Gänsehaut perfekt. Was für ein großartiger Song. Die in Eigenregie veröffentlichte Doppel-LP ist ein liebevoll aufgemachtes Gesamtpaket mit einem wunderschönen Artwork, Klappcover und schwerem Vinyl. Da auf 100 Stück limitiert, ist schnell sein angesagt. Übrigens: Live spielt die Band mit verbundenen Augen. Allein für diesen von einer großartigen, eigens konzipierten Lightshow untermalten Anblick lohnt sich ein Besuch. Großartige Band!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Jens Kirsch