
Dass das Gelsenkirchener Thrash-Metal-Urgestein mal eine der prägendsten Bands dieser Bewegung sein würde, auf die sich unzählige Kollegen letztlich als Einfluss berufen, war sicherlich nicht das Hauptziel, als sich Thomas Such aka Tom Angelripper 1982 mit seinen Kumpels Chris „Witchhunter“ Dudek und Frank „Aggressor“ Terstegen zusammentat, um SODOM zu gründen. Angefixt von VENOM und „Welcome To Hell“ wollten sie die härteste Band aller Zeiten werden. Dass sie eigentlich keinen Plan davon hatten, wie so was funktioniert, und noch nicht mal ihre Instrumente beherrschten, war da zweitrangig. Dennoch entstanden mit „Witching Metal“ und „Victims Of Death“ in zwei Jahren zwei Demos, die irgendwie einen Nerv trafen. Der erste Live-Auftritt im September 1984 sollte dann die weiteren Weichen stellen, war doch niemand Geringeres als SPV-Labelchef Manfred Schütz vor Ort, der sich dachte: „Das Gerumpel ist so dermaßen scheiße, das muss sich einfach gut verkaufen!“ Der Rest ist Geschichte – eine Geschichte, die Holger Schmenk mit dem Schwerpunkt auf die Entstehung der beiden Demos und jedes folgenden regulären Albums hier zusammenfasst. Dazu hat er sich mit den Bandmitgliedern, auch den verfügbaren ehemaligen, zusammengesetzt und die Entwicklung vom oft belächelten Krawall-Trio hin zu einer der wichtigsten Bands des Thrash nachgezeichnet. Herausgekommen sind dabei viele Anekdoten, die zwar bereits mal mehr, mal weniger bekannt waren, hier aber mitunter noch mal ein Mehr an emotionaler Tiefe erfahren, wenn es beispielsweise um den tragischen Tod von Chris Witchhunter geht. Pflichtlektüre, nicht nur für Fans!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Jens Kirsch