
Hinter dem sperrigen Doppelnamen Hawel/McPhail verstecken sich zwei Veteranen der Hamburger Indie-Szene. Frehn Hawel war der Frontmann der Indierocker TIGERBEAT und Rick McPhail ist ein einst in Hamburg gestrandeter US-Amerikaner, der 20 Jahre lang der zweite Gitarrist von TOCOTRONIC war. Zusammen machen die beiden ziemlich ungehobelte Gitarrenmusik. Die Fuzz-Pedale jaulen, die Beats kommen aus der Hüfte. Garage-Rock 2.0. Schon ihr Debütalbum „Transmissions From The Upper Room“ (2021) wurde von der Kritik abgefeiert, war benannt nach Mc Phails gleichnamigem Studio. Die zwölf neuen Songs sind ähnlich stark. Man hört ihnen an, dass sie ohne jeglichen Erwartungsdruck entstanden sind. Irgendwo zwischen dem Slacker-Rock von BECK und den noisigen Ohrwürmern von DINOSAUR JR. Rotzig, catchy und groovy. Auf „Sorrow Wonderland“ reflektieren und kommentieren die beiden Veteranen das aktuelle Zeitgeschehen, ihr persönliches Umfeld und ihre eigenen Probleme wie Langzeitbeziehungen, Älterwerden oder Entfremdung. Man spürt förmlich, dass diese Songs nicht zum Broterwerb geschrieben wurden, sondern aus reiner Freude an der Musik entstanden sind. Die Kreativität fließt fern der Leistungsgesellschaft. Deshalb ist „Sorrow Wonderland“ auch zeitlos schön und bewegt sich abseits jeglicher Trends. Ich mag so was.
© by - Ausgabe # und 27. April 2021
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Wolfram Hanke
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #156 Juni/Juli 2021 und Headbert