
In seinem Buch „Your Heaven, My Hell“ erzählt KREATOR-Frontmann Mille Petrozza, dass es im Grunde zwei Arten von Gitarristen auf der Welt gibt: „technisch hochversierte Wunderkinder“, die „überholspurartige Soli“ spielen und die „Riff-Versessenen“. Michal Kepka, Gitarrist der polnischen Thrasher SPECIES, gehört zweifellos zur ersteren Gruppe. Was der Mann auf dem zweiten Album „Changelings“ in nur einem Song an Riffs und Soli aus dem Handgelenk feuert, reicht so manch anderer Band für ein ganzes Album. In Kombination mit einer ziemlich klaren Produktion positionieren sich SPECIES sehr deutlich abseits der Heerscharen an Oldschool-Thrashern, die heutzutage sonst unterwegs sind. Der technische Anspruch des Trios gipfelt in einer Mischung aus KREATOR, CORONER, VOIVOD und DEATH, die „Changelings“ zu einer Platte macht, die verlangt, dass man sich mit ihr beschäftigt. Zum Nebenbeihören passiert in den Songs einfach zu viel, was natürlich der Halbwertzeit des Albums dienlich ist, will man jede Nuance entdecken. Nachwuchsgitarristen und -gitarristinnen werden die Kauleiste kaum zubekommen, während alle anderen sich einfach an den filigran-frickeligen Brechern auf „Changelings“ erfreuen können.
© by Fuze - Ausgabe #116 Februar/März 2026 und Ingo Rieser
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Jens Kirsch