
SPERRZONE gibt es seit den 1990er Jahren, sie sind damit Torgaus dienstälteste Punkband und trotzdem komplett an mir vorbeigerauscht. Das mag daran liegen, dass sich SPERRZONE ausdrücklich auf die Punktraditionen der sogenannten „Anderen Bands“ der letzten DDR-Jahre berufen. Also diejenigen die sich eine staatliche Einstufung holten und auch auf dem staatseigegen Label Platten veröffentlichten wie FEELING B oder DIE SKEPTIKER. Da hatten Bands wie SCHLEIM-KEIM, MÜLLSTATION oder BRECHREIZ 08/15 doch einfach mehr Bumms! Und jetzt lausche ich dem fünften Album von SPERRZONE und es gefällt mir gut, stellenweise sehr gut sogar. Da sind Songs wie „Einfach sein“, „Roter Faden“ oder „Midlife Anarchist“, die wirklich gut ins Ohr gehen, das ist mitreißender melodischer Punkrock, der etwas von DIE ÄRZTE hat. Das könnte auch am Gesang liegen, der an Farin Urlaub erinnert. Auf der LP finden sich zwölf Songs, zudem soll es einen Bonus-Download geben, wo SPERRZONE wohl STIFF LITTLE FINGERS, DOG FOOD FIVE und auch THE MEMBERS gecovert haben. Das hätte ich gehört – nur fehlt mir der Download-Code. Fazit, ob ich damals SPERRZONE gut gefunden hätte, weiß ich nicht, heute läuft die Platte gut. Ist das jetzt Altersmilde oder – was schlimmer wäre – werde ich jetzt gar tolerant? Ach egal, „denn nicht’s bleibt, wie es war“, wie SPERRZONE in „Nicht, wie es war“ singen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Triebi Instabil
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #52 September/Oktober/November 2003 und Klaus N. Frick