
Okay, hier sind die Fakten, die aus dem lesenswerten Beiheft stammen: Die YACØPSÆ-Tracks entstanden allesamt im Proberaum, im Zeitraum zwischen der ersten Probe im August 1990 und März 1991, aufgenommen mit einem einfachen Kassettenrecorder, inklusive aller Nebengeräusche, die nicht von deiner Plattennadel oder den kaputten Boxen stammen. Die AGATHOCLES-Songs wurden zwischen 1985 und 1990 unter wahrscheinlich ähnlichen Bedingungen aufgenommen. Die Fragen, die man sich hier stellen muss, sind natürlich: ob man das braucht, ob es einen historischen Zweck erfüllt und wie genießbar das Ganze ist? Neue Zuhörer werden beide Bands mit dieser Split-LP sicher nicht gewinnen wollen und auch nicht können, denn es richtet sich eindeutig an die fortgeschrittenere Hörerschaft des harte Fankerns. Ich bevorzuge bei beiden Bands eindeutig den Stoff, der in einer akustisch wohltemperierteren Umgebung aufgenommen wurde, denn bei aller Brutalität bleibt vieles auf der Strecke, wenn als Frontend ein Monomikrofon diente. Wer die ersten Gehversuche nachvollziehen möchte und noch nicht genügend Split-Releases der AGATHOCLES im Schrank stehen hat, bitte sehr. Wer das hier mehr als einmal anhört, hat eindeutig zu wenig Vinylalternativen im Schrank stehen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Kalle Stille